Die Stiftung pro vita unterstützt das Projekt GANESH WOMEN NEPAL

Die Stiftung pro vita unterstützt das Projekt GANESH WOMEN NEPAL

Dori Rindle von Ganesh Women Nepal: „In unserem Frauenprojekt nähen wir wiederverwendbare Baumwollbinden für die Monatshygiene. Wir arbeiten an Schulen und in Dörfern, um Mädchen und Frauen dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten. So können wir ins Gespräch kommen und über die Nutzung der Binden, deren Reinigung und über das Thema Menstruation im Allgemeinen aufklären.

Unsere waschbaren Binden schenken den Frauen Schutz und Freiheit. In den Dörfern gibt es keine Geschäfte, in denen man Hygieneprodukte erwerben kann. Dort ist es üblich, alte Stofflappen als Periodenschutz zu nutzen, was nicht nur unpraktisch sondern auch unhygienisch ist. Mithilfe der diskreten waschbaren Binden ist es den Nepalesinnen möglich, ihren Alltag zu bestreiten, in die Schule zu gehen oder zu arbeiten. Den Jüngeren ist das Thema anfangs besonders unangenehm, in Gesprächen mit den Älteren zeigt sich, wie viel Unwissenheit herrscht.

Die Verfügbarkeit geeigneter Menstruationsprodukte sehen wir als Recht der Frauen an, da sie Benachteiligung, Ausgrenzung und Schulabbrüchen vorbeugen. In diesem Jahr besuchten wir neun Orte, fuhren an Schulen und in kleine Dörfer im Kathmandutal und der Solukhumbu-Region, am Fuße des Mount Everest. Im direkten Kontakt mit den über 1.000 Mädchen und Frauen erkannten wir, wie viel Bedarf hier noch besteht.“

Dori Rindle – Ganesh Women Nepal

Tabuthema Menstruation

„Chaupadi“ nennt sich die in allen Kasten des Hinduismus tief verwurzelte Praxis, die sich mit „unberührbares Wesen“ übersetzen lässt. Dem Glauben nach gelten Frauen und Mädchen während ihrer Menstruation als unrein. Infolgedessen werden sie während ihrer Monatsblutung aus dem Haus verbannt. Viele Frauen müssen für mindestens fünf Tage in einer Lehmhütte oder im Viehstall schlafen. Waschen dürfen sie sich nur an gesonderten Stellen, so genannten „chaupadi dhara“, weit entfernt vom Rest des Dorfes. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen ist es schon häufiger vorgekommen, dass Frauen und Mädchen an Unterkühlung, Schlangenbissen oder ähnlichem starben, während sie aus dem Haus verbannt waren. Mädchen, die noch in die Schule gehen, verpassen meist viele Unterrichtsstunden, weil sie aus Scham während der Periode nicht am Unterricht teilnehmen. Ein Großteil der Frauen hat keinen Zugang zu den nötigen Hygieneartikeln und behilft sich mit Stofffetzen über den Tag hinweg. Durch die Praktiken sind Mädchen und Frauen nicht nur Gefahren ausgesetzt, sondern haben auch extreme Bildungsnachteile.

„Ganesh Women“ stärkt die Chancen der Frauen Nepals. Sie können so auch während ihrer Menstruation am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, was in Nepal immer noch keine Selbstverständlichkeit ist. Ganeshs Produzent Sanu stellt hierfür Binden aus Baumwolle her. In einem Paket befinden sich sechs waschbare Hygienebinden, für den Tag und die Nacht, aufgeteilt auf drei schlichte Beutelchen zum diskreten Verstauen. Diese werden in den Dörfern verteilt und den Frauen und Mädchen wird gezeigt, wie sie die Binden richtig verwenden und reinigen können. Durch die hygienischen Binden wird zum einen das Risiko von verschiedenen Erkrankungen gesenkt, zum anderen können die Frauen und Mädchen auch während ihrer Menstruation an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen und zur Schule gehen.

Die Beutelchen werden verteilt und den Frauen und Mädchen wird gezeigt, wie sie die Binden richtig verwenden und reinigen können

Eine neue Lieferung von Sanu

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